Silberbesteck aus bester Handarbeit von Koch & BergfeldDeutsche Manufakturen - Siegel


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Roman Hinz von der Firma metalart (li.) und Klaus Neubauer, Chef der Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld, bieten ab sofort Kunstobjekte aus purem Silber als Anlageobjekte an.                                                              FOTO: FRANK KOCH
 
Die Flucht in edle Werte
Viele Bürger investieren aus Sorge vor der Inflation ihr Vermögen in reale Dinge wie Gold, Silber und Immobilien
 
Von SEBASTIAN MANZ
und GÜNTHER HÖRBST
 
Bremen. 31,1 Gramm Gold (eine Feinunze) kostete gestern 1497,50 Dollar - 32 520 Euro pro Kilo. Eine Feinunze Silber stand bei 46 Euro - Ende 2010 war sie rund 20 Euro wert. Aber auch Preise für Metalle wie Nickel, Kupfer und die sogenannten seltenen Erden sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Zudem melden Immobilienmakler in vielen Städten einen starken Ansturm auf Häuser und Wohnungen. Hintergrund des Trends zu realen Werten: Die Deutschen haben Angst davor, dass ihr Geld zu schnell an Wert verliert. Sie haben Angst vor der Inflation.
 
Die rasante Entwicklung des Silberpreises hat auch Klaus Neubauer bisher mit wachsender Sorge beobachtet. Der Chef der traditionsreichen Bremer Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld musste zusehen, wie der Kurs seines wichtigsten Rohstoffs beinahe täglich neue Rekordwerte erzielte. Die steigenden Materialkosten konnte Neubauer nur sehr bedingt auffangen. Die Folge: Die Preise für seine Silberprodukte schossen in die Höhe. Für viele Kunden wurden etwa die edlen Bestecke der Manufaktur schier unerschwinglich. Und der Höhepunkt beim Silberpreis ist nach Meinung von Branchenexperten noch lange nicht erreicht.
 
Nun versucht Neubauer aus der Not eine Tugend zu machen. Ab sofort wird er seinen Kunden Silber als Anlageobjekt anbieten. Ein Unternehmen wie Koch & Bergfeld, das für seinen erlesenen Stil bekannt ist, wird demnächst allerdings keine Edelmetallbarren an seine Kunden verkaufen. Die Manufaktur fertigt künftig in Kooperation mit der Hamburger Firma „metalart" in limitierter Serie Skulpturen aus purem Silber. Entworfen hat die Kunstwerke der Bremer Bildhauer Bernd Altenstein. Der Preis einer Skulptur soll jeweils ihren Materialwert plus etwa zehn Prozent betragen. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet. "Edelmetalle als Anlage sind derzeit gefragt wie lange nicht mehr“ sagt Neubauers Geschäftspartner Roman Hinz. Yusuf Aktan, Inhaber des Bremer Edeilmetalhändlers Aram-Gold in Vegesack, spürt den Drang der Bürger nach etwas Handfestem ebenfalls. Die Leute sind zum Teil wirklich hysterisch", sagt er. Aus Sorge, ihr Geld könnte bald nichts mehr Wert sein, kaufen sie vermehrt Edelmetalle." In seinem Geschäft hat er festgestellt, dass die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen ist.
 
Auch David Reymann, Vertriebsmitarbeiter beim Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum, stellt einen starken Ansturm fest. Und er bezeichnet in der Wochenzeitung „Die Zeit" als seinen besten Helfer die Angst seiner Kunden. „Sie haben Angst vor Inflation. Vor dem Zusammenbruch des Bankensystems. Vor der Pleite ganzer Staaten. Die Angst, alles zu verlieren, was man sich im Leben erarbeitet hat.“
 
Diese Angst treibt die Menschen auch dazu, ihr Geld in Immobilien zu investieren. „Wir reiten momentan auf einer richtigen Wertsteigerungswelle", sagt Lothar Behrens-Rösner von der Bausparkasse LBS in Bremen. Zwar gebe es dafür unterschiedliche Gründe, die Sorge vor der Geldentwertung spiele jedoch eine entscheidende Rolle. „Ich habe den Eindruck, dass zurzeit viele Leute ihre Depots auflösen, um das Geld in Wohneigentum zu investieren", sagt Behrens-Rösner. Carsten Ens vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen zieht augenzwinkernd einen Vergleich zum aktuellen Rohstoffboom: „Immobilien bezeichnete man in Deutschland einst als Betongeld - dieser Begriff ist heute wieder sehr aktuell." Zwar gebe es in Bremen und Niedersachsen keinen Ansturm wie in Hamburg oder München. Allerdings seien Immobilien auch im Nordwesten eine äußerst solide Anlageform. „Wer klug investiert, erzielt in jedem Fall deutlich höhere Renditen, als wenn das Geld auf dem Sparbuch liegen bleibt“, sagt Ens.
 
Folker Hellmeyer kann all dem nur beipflichten. „Jetzt in reale Werte zu investieren, ist vollkommen richtig", sagt der Chefanalyst der Bremer Landesbank. „Denn die Inflation kommt.“ In den nächsten Jahren rechnet er mit einer Rate von drei bis fünf Prozent im Euroraum. Als Begründung führt er an: Die freien Kapazitäten auf den Weltmärkten seien weitgehend erschlossen, jetzt herrsche wieder Knappheit vor. Knappheit an Arbeit, an Boden, an Rohstoffen. „Das treibt die Preise", sagt Hellmeyer - und damit die Inflation.
Der Landesbank-Analyst empfiehlt Anlegern grundsätzlich, dass sie die Werte, in die sie investieren, auch verstehen sollten. Und er rät eher zu Aktien als zu anderen Werten. „Aktien haben sich als Wertsicherungsinstrument besser bewährt als Gold“, sagt Hellmeyer. Schauen Sie“, sagt er und sein Zeigefinger wandert über einen Chart, der die Entwicklung von Aktien und Goldpreis zeigt. „Zur Zeit der Hyperinflation Anfang der 1920er-Jahre haben sich Aktien innerhalb von drei Jahren deutlich besser im Wert entwickelt als Gold."
Hellmeyer sieht aber auch in Agrar- und Industrierohstoffen großes Potenzial. Vorsicht müsse jeder Investor jedoch vor Märkten walten lassen, die wenig transparent seien. „Im Zweifel lieber einen Berater fragen, bevor man sich in Investments begibt, die undurchsichtig sind oder bereits Überhitzungstendenzen aufweisen.“ Es gebe viele Möglichkeiten, sein Geld vor der Infla-tion in Sicherheit zu bringen. "Wichtig ist vor allem eins", sagt Hellmeyer, „die Investitionen zu streuen. Man sollte nie alle Eier nur in ein Nest legen."
 
Bei der Diskussion um die Gefahr der Inflation warnt dagegen der Bremer Wirtschaftsforscher Rudolf Hickel davor, sich kein faules Ei ins Nest zu packen. Seiner Meinung nach verfallen die Deutschen gerade in eine „Inflationshysterie". Die derzeitige Rate von 2,1 Prozent sei überhaupt kein Problem. „Wir haben keine nachfragebedingte Inflation", sagt der Ökonom. „Es ist eine gefühlte Inflation, die wir erleben.“ Im allgemeinen Warenkorb werden Elektronikgeräte deutlich billiger, die Güter des täglichen Lebens wie Energie, Obst, Butter oder Kaffee aber deutlich teurer. Das Grundproblem steigender Preise sind laut Hickel vielmehr die Spekulationsgeschäfte an den Warenterminbörsen, vor allem bei Rohstoffen. Er fordert deshalb strengere Regeln für die Geschäfte an den Warenterminbörsen.
 

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